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Das Sprunggelenk

Ärzte: Dr. med. Dipl.-Ing. Friedhelm Schmitz, Dr. med. Bernhard Fuß, Dr. med. Nicola Ihme, Prof. Dr. med. Christof Rader, Dr. med. Norbert Corsten, Dr. med. Martin Schiweck

Bandverletzungen und chronische Bandinstabilität am Sprunggelenk

Erkrankung

Bandverletzungen am Sprunggelenk gehören zu den häufigsten Verletzungen des menschlichen Körpers überhaupt. Insbesondere bei Sportlern kommt es öfter zur Überdehnung oder Zerreißung des Außenbandapparates einschließlich der äußeren Gelenkkapselanteile unterschiedlichen Ausmaßes, oft begleitet von einer ausgeprägten Schwellung und/oder einem Bluterguß.

Behandlung

Insbesondere wenn nur ein oder zwei der drei vorhandenen Außenbänder gerissen ist/sind tendiert man heute zur nichtoperativen Behandlung im Sinne einer Schienenanlage für 6 Wochen.
Die operative Behandlung ist jedoch auch heute noch bei Dreibandverletzungen sowie bei Sportlern mit hohem Stabilitätsanspruch indiziert.
Chronische Instabilität des Sprunggelenkes können Folge einer akuten Bandverletzung oder Folge mehrfacher aufeinander folgender Überdehnungen sein. Diese können wiederum zu knöcherne Veränderungen mit Schmerzen (anteriores Impingementsyndrom) oder zu Knorpelverletzungen führen.
Therapeutisch stehen in diesen Fällen mehrere operative Verfahren zur Wiederherstellung der Stabilität zur Verfügung. Man unterscheidet die anatomische Rekonstruktion (Periostlappenplastik) von der nicht-anatomischen Rekonstruktion unter Verwendung von körpereigenen Sehnen.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Durch zu frühe ungünstige Belastung kann es zur Auslockerung der rekonstruierten Bandstrukturen kommen.

Arthrose oder Verschleiß

Durch chronische Überbelastung, Fehlstellung oder durch Unfallereignisse kann es wie an anderen Gelenken des Körpers auch an Sprunggelenken zu einem Verschleiß führen. Zunächst sind die Beschwerdenbelastungsabhängig, später kommt es zum Dauerschmerz auch im Ruhezustand.

Insbesondere bei Sportarten mit ständig wechselnden Stop-and-go-Sequenzen kann es bereits im frühen Erwachsenenalter zu knöchernen Ausziehungen an den Gelenkflächen kommen, welche eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung zur Folge haben. Diese sogenannten Randexophyten können endoskopisch abgetragen werden, aufgeriebener Knorpel kann mit diesem Verfahren wie am Kniegelenk geglättet werden. Bei isolierten Knorpelschäden kann das Gelenk durch ein Anbohren des Knochens (Mikrofrakturierung) zur Ersatzknorpelbildung angeregt werden. Diese Therapie hat jedoch nur Erfolgsaussicht durch eine 4-6 wöchige Entlastung des betroffenen Gelenkes.

Eine komplette Arthrose des Sprunggelenkes kann je nach Alter, Lebensumständen, Muskelsituation, ein bzw. zweiseitiges Vorkommen entweder durch eine Versteifung oder durch den Einbau eines künstlichen Gelenkes versorgt werden.
Obwohl in der Literatur der Sprunggelenksprothese eine nahezu gleiche Haltbarkeitsdauer zugeschrieben wird,  entscheiden sich immer noch viele Patienten für die Versteifung des Sprunggelenkes, da diese funktionell nicht so beeinträchtigt wie beispielsweise die Versteifung des Kniegelenkes. Bei beide Operationen ist die Nachbehandlung aufwendig und langwierig

Osteochondrosis dissecans

Die Osteochondrosis disscans stellt ein eigenständiges Krankheitsbild dar. Hier kommt es an Stellen erhöhter Belastung (innenseitig auf den Rist der Sprunggelenksrolle) zu einem Absterben von Knochen, entweder mit Zerstörung der überdeckenden Knorpelschicht oder unter Erhalt der Knorpelschicht. Diese Unterscheidung ist entscheidend für das therapeutische Vorgehen.

Ist die Gelenkmaus aus ihrem Mausbett herausgelöst, muss dieser freie Gelenkkörper rasch refixiert werden oder je nach Konsistenz aus dem Gelenk entfernt werden um weiter mechanische Irritationen zu verhindern. Die Transplantation eines Knorpel-Knochenzylinders (OATS) kann offen über das Ablösen und Wiederfixieren des Innenknöchels erfolgen und erfordert eine aufwendige, langwierige Nachbehandlung.

Ist die Gelenkmaus noch unter intakter Knorpelschicht im Knochenverbund, so ist eher ein zurückhaltendes Vorgehen angezeigt.