PRAXISKLINIK ORTHOPÄDIE FRANZISKUSHOSPITAL, Aachen, PKO.AC, praxisklinikorthopaedie.de

Tel   0241 46 36 51 10   |    E-Mail   kontakt@pko.ac

Die Hand

Ärztin: Dr. med. Barbara Meyer-Ernst

In der Hand vereinen sich verschiedenste Gewebearten (Haut, Fett, Knochen und Gelenke, Sehnen, Gefäße und Nerven) zu einem einzigartigen Greif- und Tastorgan, das wir täglich unbewußt mannigfach benutzen- in direkter Verlängerung unseres Gehirns.

Erst wenn durch Unfall oder Erkrankung die Handfunktion eingeschränkt wird, erkennt der Patient seine Abhängigkeit und wünscht sich eine schnelle, kompetente und funktionswiederherstellende Behandlung. Über Jahrzehnte wurden Verletzungen und Erkrankungen der Hand etwas stiefmütterlich betrachtet, so dass der Schwerpunkt Handchirurgie für Patienten und Ärzte die notwendige spezialisierte Zuwendung definieren musste.

In der Handchirurgie vereinigen sich orthopädische und plastisch-chirurgische Kompetenz, in steter Kooperation mit der Physiotherapie, um vielerlei kleine und große Probleme zu behandeln:

So stehen auch wir bereit, Verletzungen (akut und Folgen) und Erkrankungen an der Hand zu behandeln (Gelenkverschleiß, gutartige Tumoren wie Zysten, Nervenengpässe wie das Karpaltunnelsyndrom, Sehnenentzündungen, Gewebekontrakturen wie beim Morbus Dupuytren und rheumatische Begleiterscheinungen).

Besonderen Wert legen wir auf eine persönliche Beratung und Behandlung (keine dauernden Wechsel der Ansprechpartner), spezifische Operationsverfahren nach dem aktuellen Wissensstand und ein individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept, das Ihnen rasch Linderung schafft und die Funktion wieder herstellt.

_______________________________________________________________________________________

Handgelenk

Knochen-, gelenk- und/oder Bandverletzungen am Handgelenk sind erst in den letzten 15 Jahren nachhaltig untersucht worden.

Verschleiß im Handgelenk beruht immer noch häufig auf nicht erkannten oder unzureichend behandelten Knochen- oder Bandverletzungen 10-15 Jahre früher (die „Verstauchung“) !!!

Die Spiegelung des Handgelenkes und eine stetig verbesserte Bildgebung (MRT, CT, ArthroCT, Szintigrafie) erlauben als Stufenkonzept eine deutlich verbesserte Diagnostik und den Einsatz von schonenden, bewegungserhaltenden Operationsverfahren. Eine früher häufig unumgängliche Handgelenksversteifung kann heute vielfach vermieden werden, da multiple Verfahren (Bandrekonstruktion, Teilarthrodese, Denervierung, Gelenkersatz) bereit stehen, Schmerzen und Bewegungseinschränkung zu reduzieren.

Unser spezielles Augenmerk richtet sich auf die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen in diesem entwicklungsfreudigen Gebiet, und den Austausch mit anderen Kollegen (2. und 3. Meinung), um Ihnen das aktuell beste Behandlungskonzept anbieten zu können.

_______________________________________________________________________________________

Periphere Nerven

Schäden an den peripheren Nerven der Extremitäten durch Verletzung, Tumor oder Gewebekompression führen zu erheblichen Funktionseinbußen (Lähmungen und Gefühlsstörungen), die nach klinischer und neurologischer Abklärung und ausbleibender Spontanheilung durch Operationen verbessert werden können.

Oft sind hier nervenwiederherstellenden Eingriffe (mikrochirurgische Nervennaht, Nervenverlagerung, Nerveninterponate) und Ersatzoperationen (Sehnen- und Muskeltransfers, Gelenkkorrekturen) möglich.

Viele dieser Eingriffe werden unter mikrochirurgischen Bedingungen (Lupenoptik und Operationsmikroskop, Mikroinstrumentarium) durchgeführt.

 

Informations-Material

Erkrankung

Als Karpaltunnel bezeichnet man den knöchernen Kanal auf der Innenseite des Handgelenks. Durch diesen verlaufen Gefäße, die Sehnen der Fingerbeugemuskulatur und der Nervus medianus; der letztere ist verantwortlich für die Kraft eines Teils der Handmuskulatur und das Gefühl in der daumenseitigen Handfläche und einigen Fingern.

Durch eine Sehnenplatte, das sogenannte Retinaculum, werden diese Strukturen im Karpaltunnel gehalten. Kommt es durch unterschiedlichste Ursachen zu einer Zunahme des Drucks im Karpaltunnel, z. B. durch vermehrten Druck von außen bei Knochenveränderungen oder durch Zunahme des Tunnelinhalts wie bei Entzündungen, ist eine fortschreitende Druckschädigung des Nervus medianus die Folge. Für den Betroffenen äußert sich dies in typischerweise nächtlich auftretenden, zuweilen bis in den Unterarm ausstrahlenden Schmerzen und Kribbelgefühlen in der Hand. Zuletzt kann sich auch die Daumenballenmuskulatur zurückbilden.

Behandlung

Konservative Maßnahmen wie Kühlen und eine Kortisontherapie führen meist nur vorübergehend zur Linderung der Beschwerden. Deshalb ist häufig auch eine Operation angezeigt. Dabei wird das Retinaculum an der dem Daumen abgewandten Seite durchtrennt, ohne wieder vernäht zu werden. Durch die Druckentlastung lassen die Schmerzen postoperativ meist schlagartig nach, die Erholung zurückgebildeter Muskulatur dauert jedoch oft lange und bleibt häufig auch aus. Ein erneutes Auftreten der Erkrankung ist sehr selten.

Komplikationen und Nachbehandlung

Bei Verletzung des Nervs können vorübergehende oder bleibende Missempfindungen, Gefühllosigkeit oder Bewegungsschwäche in Fingern der Hand auftreten. Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie aufgrund des Gefäßreichtums in diesem Gebiet zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück.

Erkrankung

Zur groben und feinmotorischen Bewegung der Finger besitzt der Mensch auf Beuge- und Streckseite jeweils kurzsehnige und langsehnige Muskulatur. Beim schnellenden Finger findet sich eine Verdickung mit ringförmiger Einschnürung sowohl im Bereich der Beuge-sehe als auch ihrer Sehenscheide, die beim Strecken des Fingers diesen Vorgang an einem bestimmten Punkt hemmt. Bei vermehrtem Kraftaufwand wird dieser Widerstand mit einem typischen Schnappphänomen überwunden, gefolgt von einer plötzlichen, schnellenden Streckung des Fingers. Häufig klagen Patienten über morgendliche Fingersteifigkeit. Zuweilen kann die gleiche Symptomatik in Beugerichtung bestehen.

Behandlung

Eine lokale Injektionsbehandlung zeigt häufig nur in Frühfällen Wirkung und sollte wegen der Risiken - wie zum Beispiel der Sehnendegeneration - nicht zu oft vorgenommen werden. Bei der operativen Behandlung wird das A1-Ringband und manchmal auch die Sehenscheide der Beugesehne in Längsrichtung gespalten, so dass der verdickte Teil der Sehne frei gleiten kann.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber selten auf.

Erkrankung

Die Dupuytren´sche Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes. Hierbei kommt es durch eine knotige und strangartige Verdickung der Bindegewebsfasern in der Hohlhand mit Übergreifen der Erkrankung auf die Finger, zu einer Beugestellung einzelner Finger (=Kontraktur). Eindeutige Ursachen dieser Erkrankung sind nicht bekannt. In manchen Familien findet sich eine Häufung, insgesamt sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Eine unfallbedingte Ursache ist nie beweisbar, auch wenn oft ein verblüffender zeitlicher Zusammenhang besteht. Nur bei deutlicher Einschränkung der Handfunktion ist eine operative Behandlung angezeigt.

Klinisches Bild

Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten von Hauteinziehungen in der Hohlhand, später imponieren diese als Knoten und Strängen an der Handinnenfläche und den Fingerbeugeseiten. Diese Stränge verursachen eine zunehmende Fingerbeugung. Schmerzen sind eher selten. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch.

Die Erkennung der Erkrankung ist aufgrund des typischen Befundes durch den Blick eines erfahrenen Arztes einfach.

Morbus Dupuytren mit deutlicher Beugekontraktur

Therapie

Die Dupuytren´sche Erkrankung ist nicht heilbar und mit einer hohen Rezidivrate (Wiederauftreten der Erkrankung) behaftet. Es ist immer nach individuellem Befund und Verlauf der Beschwerden, über die Therapie zu entscheiden. Bei geringer Ausprägung ohne Nachweis eines Streckdefizits der betroffenen Finger, ist eine spezielle Therapie nicht erforderlich. Operative Maßnahmen sind empfohlen, wenn die Langfinger nicht mehr voll gestreckt werden können und die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Behandlung sollte in den Händen eines erfahrenen Handchirurgen liegen. Über geeignete Hautschnitte wird das veränderte Bindegewebe dargestellt und entfernt. Um Blutgefäße und Nerven sicher zu schonen wird der Eingriff mit einer Lupenbrille vorgenommen. Manchmal sind zusätzliche Schritte, wie Gelenklösungen und lokale Hautlappenplastiken erforderlich. Je nach Ausbildungsgrad der Erkrankung ist im Anschluss an die Operation eine krankengymnastische Übungstherapie sowie Ergotherapie, einschließlich einer Versorgung mit speziellen Schienen zur Optimierung des Operationsergebnisses und zur Vorbeugung eines Rezidivs nötig. Die Operation kann stationär oder ambulant erfolgen.

Erkrankung

Eine Arthrose ist ein Gelenkverschleiß, der wie an anderen Stellen im Körper auch die Finger betreffen kann. Dabei kommt es zu einem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkes. Meist handelt es sich um einen natürlichen Verschleiß, manchmal ist auch ein Unfall mit Gelenkbeteiligung die Ursache eines vorzeitigen Verschleißes. Am Finger sind meistens die Fingermittel- und -endgelenke betroffen (Heberden- bzw. Bouchard-Arthrose).

Klinisches Bild

Als Folge einer Arthrose kommt es zu Ruhe- und Belastungsschmerzen der Gelenke sowie zu einer Schwellneigung. Es bilden sich knöcherne Ausziehungen am betroffenen Gelenk. Gelegentliche kommt es auch zu einer Verkrümmung des Fingers oder zu Nageleindellungen.

Eine Arthrose schreitet kontinuierlich fort, wobei der genaue zeitliche Verlauf nicht vorhergesagt werden kann. Medizinisch bewiesene vorbeugende Maßnahmen sind nicht bekannt.

Therapie

Bei der nicht operativen Therapie ist das Ziel, die Gelenke möglichst lange beweglich und schmerzarm zu halten. Dies lässt sich durch Bewegungsübungen (z. B. in lauwarmem Wasserbad) und durch das Vermeiden von belastenden Tätigkeiten erreichen. Zusätzlich können ggf. Medikamente (z.B. nicht-steroidale Antiphlogistica) unterstützend eingesetzt werden.

Bei einem völlig zerstörten Gelenk ist eine operative Versteifung des betroffenen Gelenkes in einer guten Gebrauchsstellung oft die beste Lösung. Hierbei wird das zerstörte Gelenk entfernt und die benachbarten Knochen z.B. durch Drähte in der funktionell besten Stellung fixiert. Nach der Operation wird der Finger für 6-8 Wochen mit einer kleinen Schiene ruhig gestellt, bis der Knochen verheilt ist. Nach knöcherner Durchbauung ist der Finger wieder schmerzfrei kräftig einsetzbar.

Erkrankung

Die Sattelgelenksarthrose (= Rhizarthrose) ist die häufigste Arthrose an der Hand. Hierbei kommt es durch Abnutzung zur Schädigung und langfristig zum Verlust des Gelenkknorpels zwischen dem 1. Mittelhandknochen und dem sog. großen Vieleckbein. Der Gelenkspalt verschmälert sich und es entstehen (im Röntgenbild sichtbare) randständige Knochenzacken, die den Bewegungsschmerz noch verstärken. Im Endstadium ist oft das Sattelgelenk oder auch der gesamte Daumen verformt.

Klinisches Bild

Wie bei allen Verschleißerkrankungen der Gelenke tritt am Daumensattelgelenk als erstes ein Bewegungsschmerz auf. In der Frühphase äußert sich dies oft nur in einer Morgensteifigkeit. Bei weiterem Fortschreiten der Arthrose wird jegliche alltägliche Daumenbewegung (z.B. das Öffnen eines Schraubverschlusses oder das Wringen eines Tuches) schmerzhaft. Schmerzbedingt lässt auch die Kraft der betroffenen Hand nach.

Bei der Untersuchung lässt sich im Sattelgelenk ein Schmerz und manchmal ein fühlbares Knirschen und Reiben gezielt auslösen. Gesichert wird die Diagnose durch eine Röntgenaufnahme. Allerdings gibt das röntgenologische Ausmaß einer Arthrose keine Auskunft über die Schmerzintensität, die ein Patient empfindet.

Therapie

Zu Beginn der Daumensattelgelenksarthrose können Salbenverbände oder das Tragen einer Daumenschiene die Beschwerden mildern. Extreme Druckbelastungen des Daumens sollten vermieden werden. Auch Kortison-Injektionen in das Sattelgelenk sind vorübergehend wirksam.

Sollten diese genannten Maßnahmen über längere Zeit hinweg nicht zu einer Linderung führen und tritt auch bei leichten, alltäglichen Tätigkeiten (z.B. Halten eines Buches oder Tragen eines Tellers) ständig der Schmerz im Sattelgelenk auf, sollte eine Operation empfohlen werden.

Die am häufigsten angewendete Operationsmethode ist die sogenannte Resektionsinterpositions-arthroplastik. Hierbei wird das große Vieleckbein entfernt und der Daumen mittels einer Sehnenschlinge durch die Basis vom 1. Mittelhandknochen fixiert. Dies ergibt eine federnde Stabilisierung des Daumens und ermöglicht nach mehrwöchigen Bewegungsübungen wieder eine nahezu normale Daumenbewegung. Eine leichte Kraftminderung kann als Dauerfolge nach dieser Operation verbleiben, dafür ist der Arthroseschmerz behoben.

Sattelgelenksprothesen (= künstliche Gelenke) werden wegen der sehr bewährten Arthroplastik und deren gute Langzeitergebnisse eher selten eingesetzt.

Erkrankung

Am ganzen Körper kann es durch Druck zu einer Nervenirritation kommen. Insbesondere an der oberen Extremität führen diese zu erheblichen Funktionseinbußen, wie z.B. Lähmungen und Gefühlsstörungen. Die Ursache einer Nervenschädigung kann auf der gesamten Strecke zwischen dem Rückenmark und der Hand liegen.

Wird durch eine klinische Untersuchung der Verdacht auf eine Nervenschädigung gestellt, erfolgt die exakte Diagnosestellung durch einen Facharzt für Neurologie. Dieser kann den Ort und das Ausmaß der Nervenschädigung anhand einer apparativen Untersuchung (Elektromyographie und Neurographie) feststellen und wird dann eine Empfehlung abgeben, ob ein konservativer Therapieversuch möglich oder ob eine operative Freilegung des Nerven (Neurolyse) erforderlich ist.

Die Operation wird meist ambulant, kann aber auch bei Vorliegen besonderer Umstände stationär durchgeführt werden. Operationen an Nerven werden in mikrochirurgischer Technik unter Verwendung spezieller Optiken durchgeführt.

Häufig vorkommende Nervenkompressionssyndrome sind:

  • Karpaltunnelsyndrom (KTS) = Einengung des Mittelnerven im Karpaltunnel an der Hohlhand mit (oft auch nächtlichen) Gefühlsstörungen am Daumen und im Zeige-, Mittel- und Ringfinger radial, Kraftminderung des Daumens und funktionellen Störungen bei Feinarbeiten der Hand.
  • Sulcus ulnaris Syndrom (SUS) = Einengung des Ellennerven am Ellenbogen mit Gefühlsstörungen im Ring- und Kleinfinger, an der Außenseite des Handrückens, vom Ellenbogen in die ulnare Hand ausstrahlende Schmerzen sowie ggf. mit Kraftverlust und Bewegungsstörungen der Hand
  • Loge de Guyon Syndrom = Einengung des Ellennerven am Kleinfingerballen mit Bewegungsstörungen (z.B. beim Fingerspreizen) und ggf. Gefühlsstörungen im Klein- und Ringfinger
  • Supinatorlogensyndrom = Einengung des tiefen Speichennerven am Unterarm mit belastungsabhängigen Bewegungsstörungen und ins Handgelenk ausstrahlenden Schmerzen bei der Unterarmdrehung.
  • Pronator teres Syndrom = Einengung des Mittelnerven mit belastungsabhängigen Schmerzen auf Höhe der Ellenbeuge und am Unterarm, sowie ggf. mit sensiblen und motorischen Störungen.

Die rheumatoide Arthritis wird auch chronische Polyarthritis (CP) genannt und ist eine abakterielle, entzündliche Erkrankung, bei der es zu Schwellung, Schmerzen und einem Funktionsverlust der Gelenke kommt. Sie hat einige spezielle Merkmale, die sie von anderen Formen entzündlicher Gelenkerkrankungen unterscheidet. Im Allgemeinen kommt es zu einem symmetrischen Gelenkbefall beider Hände. Es handelt sich um eine Systemerkrankung, das heißt, außer den Gelenken können auch andere Körperregionen beteiligt sein(z.B. das Herz, die Lunge, die Augen, die Muskeln oder das Gefäßsystem). Häufige Symptome sind auch leichte Ermüdbarkeit, gelegentliches Fieber und Unwohlsein.

Typisch für die rheumatoide Arthritis ist, dass sie von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verläuft. Bei einigen Patienten dauert sie nur einige Monate und verschwindet wieder, ohne dass eine erkennbare Schädigung zurückbleibt. Bei anderen verläuft die Erkrankung leicht bis mittelschwer und es wechseln sich Phasen der Verschlimmerung, sogenannte Schübe, mit Phasen der Verbesserung, sogenannten Remissionen, ab. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung führt sie zu starken Gelenkschäden und Invalidität.

Bis heute sind die Gründe für die Entstehung einer CP unbekannt. Viele Befunde sprechen für einen autoimmunologischen Hintergrund. Bei etwa 70 % aller PC-Patienten sind spezielle Autoantikörper / Rheumafaktoren nachweisbar. Es wird ebenfalls eine Entstehung durch Viren diskutiert.

Bei fast allen Rheumapatienten sind die Hände, oft schon in der Frühphase, betroffen. Typischerweise sind das Handgelenk, die Fingergrund- und –mittelgelenke betroffen. Ausgehend von einer Entzündungsreaktion der Innenschicht der Gelenkkapsel oder Sehnenscheide (= Synovialitis) kommt es zu einer Gelenk- oder Sehnenzerstörung.

Die wichtigsten rheumatischen Veränderungen

Handgelenk

Eine Schwellung am Handgelenk, verbunden mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung kann im Frühstadium für eine Handgelenkssynovialitis sprechen. Die Lockerung des Kapselband-Apparates, sowie zerstörende Veränderungen am Knorpel und am Knochen begünstigen und verstärken Fehlstellungen. Je nach Verlaufsform kommt es im Spätstadium zur Einsteifung des Handgelenkes (Ankylose) oder zu einem völlig instabilen und weitest gehend funktionslosen Handgelenk.

Fingergelenke

Ulnar-Deviation = Fingerachsenabweichung in den Grundgelenken zur Ellenseite. Durch eine zunehmende synovialitische Schwellung rutscht die Strecksehne zwischen die Fingergrundgelenke zur Ellenseite ab. Die Instabilität nimmt zu, sobald sich die Seitenbänder lockern. Dies führt zu einem Streckdefizit und zu einer Abweichung der Finger zur Ellenseite.

Schwanenhalsdeformität: Bei dieser Deformität kommt es durch rheumatische Veränderungen zu einer Überstreckstellung der Mittelgelenke, während die Fingergrund- und Endgelenke in Beugung gehalten werden.

Knopflochdeformität: Durch eine Lockerung des Strecksehnenmittelzügels kommt es zu einer Schwächung der Streckung im Mittelgelenk. Die Seitenzügel der Strecksehne rutschen zur Beugeseite und wirken nun als Beuger im Mittelgelenk und (Über-) Strecker im Endgelenk.

Diagnostik

Bei dem Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung sollte die Abklärung durch einen Rheumatologen erfolgen. Die Diagnose wird anhand der Beschwerden, der Untersuchung, einer Röntgenuntersuchung sowie der Erhebung der Blutwerte (Rheumafaktoren, Entzündungswerte, Autoimmunserologie) gestellt. Eine histologische Untersuchung des Sehnenhüllgewebes oder des Gelenkkapselgewebes (im Rahmen einer Probeentnahme oder Synovektomie) bestätigt oft die Diagnose. Regelmäßige radiologische Untersuchungen informieren über den aktuellen Befund und das Fortschreiten der Erkrankung. Wichtige Kennzeichen im Röntgenbild sind: die Verschmälerung des Gelenkspaltes, der Nachweis von Zysten und Arrosionen (Auflockerungen der Knochenstruktur), Verrenkungen, Osteoporose und Ankylose (Gelenkverknöcherung).

Therapie

Grundlage der Therapie der rheumatoiden Arthritis ist eine medikamentöse Basistherapie, welche in der Regel vom Rheumatologen festgelegt wird.

Zielsetzung einer handchirurgischen Behandlung ist in der Frühphase die Verlangsamung des Krankheitsprozesses und die Verminderung der Schmerzen. Später spielt auch die Verbesserung oder Wiederherstellung der Funktion, die Verhinderung fortschreitender Zerstörung und eine Optimierung des ästhetischen Erscheinungsbildes eine Rolle.

Protektive Operationen sind z.B. die Entfernung des aggressiven Synovialgewebes (Synovektomie).

Rekonstruktive Maßnahmen sind z.B. die Verlagerung oder Kopplung von Sehnen sowie auch das Einbringen von Kunstgelenken. Oft ist eine Gelenkversteifung (Arthrodese) zur Wiederherstellung einer Greiffunktion sinnvoll.

Die Handwurzelknochen werden durch ein komplex aufgebautes Bandsystem stabilisiert. Diese Stabilität ist notwendig, um das Handgelenk in jeder Position schmerzfrei belasten zu können.

Zum Verständnis der diagnostischen und therapeutischen Problematik von Verletzungen der Handwurzelbänder sind biomechanische Kenntnisse der Funktion der Handwurzelreihen erforderlich.

Es gibt zwei Handwurzelreihen, die funktionell -nach Lichtman- wie ein unter Spannung stehendes Ringsystem zu betrachten sind. Die Spannung wird von Bändern aufrecht gehalten, die Bewegungsrichtungen der Handwurzelknochen führen und den Bewegungsumfang beschränken.

Bricht dieser Ring knöchern oder durch eine Bandverletzung auf (zum Beispiel durch einen Sturz auf die überstreckte Hand), so resultiert eine ausgeprägte Störung des Bewegungsablaufes einzelner Handwurzelknochen. Es kommt zu einer Fehlbelastung der Gelenkflächen und hierdurch zur Entwicklung einer Handgelenksarthrose.

Verletzungen dieser Handwurzelbänder verursachen unbehandelt oft eine Instabilität, abnorme Beweglichkeit und schwere Gefügestörung der Handwurzel.

Im Gegensatz zu alten Verletzungen, können frische Bandverletzungen durch eine angemessene Therapie zur Ausheilung gebracht werden. Leider sind sie jedoch schwer zu erkennen und werden oft als einfache Verstauchung verkannt. Die häufigste und wichtigste Läsion ist die Verletzung des Bandes zwischen dem Kahnbein und dem Mondbein (scapholunäres Band).

Klinisches Bild

Typisch für eine frische Bandverletzung an der Handwurzel sind Schmerzen im Bereich des Handgelenkes mit Schwellung und einer Kraftminderung. Die Beschwerden nehmen bei Belastung und Bewegung zu. Die Beweglichkeit des Handgelenkes ist schmerzhaft eingeschränkt. Manchmal findet sich ein belastungsabhängiges Schnappen im Handgelenk. Wie bei einer einfachen Verstauchung können die Beschwerden auch bei einer Bandzerreißung unter konservativen Maßnahmen (z.B. einer Gipsruhigstellung) vorübergehend abklingen. Der Patient ist dann u. U. jahrelang beschwerdefrei, obwohl die Gelenkschädigung unbemerkt fortschreitet. Häufig wird erst durch eine neuerliche Bagatellverletzung eine bis dahin schmerzlose Verschleißerkrankung (Arthrose) aktiviert, der Patient hat von diesem Zeitpunkt an plötzlich starke Beschwerden.

Grundlage der Diagnosestellung ist die Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und die klinische Untersuchung. Hinweisend ist eine lokalisierte Schwellung mit umschriebenem Druckschmerz in der Region des betroffenen Bandes. Durch spezielle Untersuchungsmethoden kann die Stabilität bestimmter Handwurzelbänder geprüft werden. Notwendig sind zusätzlich Röntgenaufnahmen des betroffenen Handgelenkes, eventuell ergänzt durch spezielle Belastungsaufnahmen zur Erfassung von Knochenfehlstellungen (sog. dynamische Instabilität). Manchmal ist es sinnvoll zusätzlich eine MRT-Untersuchung (Kernspintomographie) durchzuführen. Die entscheidende diagnostische Maßnahme zur Abklärung einer Bandverletzung der Handwurzel ist die Spiegelung des Handgelenkes, die Handgelenks-Arthroskopie.

Die arthroskopische Diagnostik und Therapie ist heutzutage für die Beurteilung der Handwurzel und des Handgelenkes unerlässlich. Keine andere Untersuchungsmethode gibt so ein exaktes Bild über die Bandstrukturen und Knorpelflächen wie die Arthroskopie, wodurch therapeutische Entscheidungen getroffen werden.

Die Handgelenksarthroskopie ist eine Operation, bei der über sehr kleine Schnitte mit einer Optik die krankhaften Strukturen des Handgelenkes und der Handwurzel beurteilt und auch zum Teil behandelt werden können. So kann ein verletztes Handwurzelband gesehen und mit einem Tasthaken auf Stabilität geprüft werden, erkranktes Gewebe entfernt (z.B. Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut / Synovektomie), krankhaft verletzter Knorpel geglättet (Abrasionsarthroplastik) oder verletzte Strukturen wiederhergestellt werden (z.B. arthroskopische Naht eines Risses der Knorpelscheibe, des Discus triangularis).

Therapie von Bandverletzungen des Handgelenkes

Wesentlich ist, ob es sich um eine frische oder veraltete Verletzunghandelt, ob eine vollständige oder eine teilweise Zerreißung des Bandes vorliegt und, ob es durch die Bandzerreißung bereits zu Folgeschäden im Gefüge der Handwurzel (posttraumatische Arthrose) gekommen ist.

Frische Bandverletzungen

Frische Bandverletzungen, d.h. solche Verletzungen, die innerhalb der ersten 8 Wochen nach dem Unfall erkannt werden, können meist wieder zur Ausheilung gebracht werden. Die Behandlung erfolgt bei Teilzerreißungen, bei denen es nicht zu einer Fehlstellung der Handwurzel gekommen ist, mittels Ruhigstellung im Gipsschienenverband für 6 -8 Wochen.

Bei vollständiger Zerreißung des Bandes kann das Band direkt genäht oder bei Abriss vom Knochen wieder an diesem befestigt werden. Ergänzend muss in diesen Fällen zusätzlich zur Ruhigstellung im Gipsschienenverband eine vorübergehende Fixierung der einzelnen Handwurzelgelenke erfolgen. Hierzu werden Metalldrähte, sog. Kirschnerdrähte eingebracht, die nach Ausheilung des Bandes (ca. 8 Wochen) wieder entfernt werden.

Veraltete Bandverletzungen

Bei veralteten Bandverletzungen ist die Therapie erheblich schwieriger. In der Regel ist eine vollständige Wiederherstellung nicht mehr möglich. Allerdings kommt es als Folge der Bandverletzung der Handwurzel zu einer Fehlbelastung der Gelenkflächen, die im weiteren Verlauf einen vorzeitigen Verschleiß des Handgelenkes bewirkt.

Das Vorgehen richtet sich nach dem Stadium der Verletzung. Bei fehlender oder noch korrigierbarer Fehlstellung kommen Korrekturoperationen im Bereich der Gelenkkapsel und Handgelenksbänder in Betracht. Hierdurch kann die vermehrte Beweglichkeit und damit die Fehlbelastung der Gelenkflächen vermindert werden (z. B. Stabilisierung von Kahn- und Mondbein in Ergänzung zu einer Bandnaht durch eine sog. dorsale Kapsulodese).

Bei fortgeschrittenen Veränderungen mit nicht mehr korrigierbarer, schmerzhafter Fehlstellung kommen Teilversteifungen der Handwurzel oder eine vollständige Versteifung des Handgelenkes in Frage. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer möglichst frühzeitigen Diagnosestellung.