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Der Ellenbogen

Ärzte: Dr. med. Dipl.-Ing. Friedhelm Schmitz, Dr. med. Matthias Weeg, Dr. med. Barbara Meyer-Ernst, Dr. med. Norbert Corsten

Das Ellenbogengelenk besteht aus drei Gelenkpartnern: der Elle, der Speiche und dem Oberarm. Es ermöglicht zum einen eine Scharnierbewegung zwischen Oberarm und Elle sowie auch eine Umwendbewegung des Unterarmes. Die knöcherne Führung des Gelenkes, der straffe Kapsel-Band-Apparat und die gelenkübergreifende Muskulatur sichern die Stabilität des Ellenbogens.

Bei Verletzungen und Erkrankungen des Ellenbogens handelt es sich oft um ein relativ komplexes Geschehen. Hierbei ist insbesondere die anatomische Nähe der Nerven und Gefäße von großer Bedeutung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist das Verständnis der einzelnen Krankheitsbilder und ein auf diese Eingriffe spezialisierter Operateur.

Neben der ausführlichen Anamnese, der klinische Untersuchung und dem konventionellen Röntgenbild steht zur Sicherung einer Diagnose am Ellenbogen die Sonographie, die Kernspin- und die Computertomographie sowie ggf. auch eine neurologische Untersuchung zur Verfügung.

Zur Beurteilung intraartikulärer Pathologien ist die Ellenbogen-Arthroskopie eine gute Methode. Die Indikation zur Arthroskopie des Ellenbogens besteht bei therapieresistenten Schmerzen (unter konservativem Therapieansatz) oder zur Diagnosesicherung bei unklaren Beschwerden nach Ausschöpfen der nichtinvasiven Diagnostik. Ideal ist die Arthroskopie zur Entfernung freier Gelenkkörper.

Erkrankung

Bei der Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Ellenbogen ist zumeist jener betroffen, der beim Aufstützen des angewinkelten Armes zwischen Knochen und Tischplatte liegt. Reizerscheinungen in diesem Schleimbeutel sind die Folge länger dauernder Druckeinwirkung wie etwa bei Schreibtischarbeitern oder chronischer Entzündungen wie bei rheumatoider Arthritis. Der Schleimbeutel über dem Knochen ist aufgeschwollen, die Schleimhaut verdickt. Für den Betroffenen kann dies sehr schmerzhaft sein.

Behandlung

Die Punktion des Reizergusses mit Injektion eines Kortisonpräparates zusammen mit einer vorübergehenden Ruhigstellung bringen die Symptomatik in der Regel zum Verschwinden. Bei chronischen Reizzuständen, die sich diesen Maßnahmen entziehen, kann die Entfernung des Schleimbeutels angezeigt sein. Dabei wird der Schleimbeutel mitsamt seiner Kapsel und damit dem gesamten, Ergussflüssigkeit produzierenden Gewebe aus der Umgebung herausgelöst. Eine eitrige Bursitis stellt auch im akuten Zustand eine Operationsindikation dar zur Vermeidung einer Streuung der Bakterien in den gesamten Körper.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Blutergüssen. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber extrem selten auf. Aufgrund der Ausdehnung des Operationsgebietes muss für einige Zeit mit einer Schwellneigung der Weichteile gerechnet werden.

Erkrankung

Diese auch als Tennisellenbogen bezeichnete Erkrankung spielt sich in den daumenseitigen Muskelursprüngen des Ellenbogens ab (Abbildung links). Durch Überbeanspruchung in Beruf und Sport kommt es im akuten Zustand zu schmerzhaften Muskelfaserverhärtungen, das Gewebe wird weniger dehnungsfähig, im chronischen Zustand zu einer Verfestigung und verfrühten Alterung des Sehengewebes verbunden mit Verkalkungen. Typisch ist der Druckschmerz der Muskelursprünge am Ellenbogen mit Verstärkung bei Kontraktion der Handgelenksbeuger und -strecker gegen Widerstand. Liegt der Hauptschmerz in den kleinfingerseitigen Muskelursprüngen, bezeichnet man die Erkrankung auch als Golferellenbogen (Abbildung rechts).

Behandlung

Im akuten Stadium ist oft eine Vermeidung der Fehlbelastung in Verbindung mit entzündungshemmenden Maßnahmen ausreichend, manchmal kann auch eine Ruhigstellung des Ellenbogengelenkes im Gipsverband notwendig sein.

Auch unter Anwendung spezieller Bandagen oder krankengymnastischen Maßnahmen (z.B. Querfriktion der Sehenansätze, Dehnungsübungen der Extensoren oder Kinesio-taping) sowie der Anwendung antientzündlicher Medikamente kommt es oft zu einer Besserung der Beschwerden. Die verschiedenen konservativen Therapiemaßnahmen der Epicondylitis sollten effektiv und ausreichend lange durchgeführt werden, bevor eine operative Therapie bei chronischen Beschwerden in Erwägung gezogen wird. Bei der operativen Behandlung werden die sehnigen Muskelursprünge im betroffenen Bereich vom Knochen ablöst, so dass das geschädigte Gewebe auf Dauer von der Einleitung schädigender Mikrotraumata befreit wird, außerdem werden die schmerzleitenden Nervenendigungen in diesem Bereich der Knochenhaut elektrothermisch verödet.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Blutergüssen. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber extrem selten auf.

Der postoperative Verlauf ist zuweilen sehr unterschiedlich. Manchmal herrscht rasch eine Beschwerdefreiheit und nach ca. 4-6 Wochen wieder volle Arbeitsfähigkeit. Oft besteht jedoch eine abgeschwächte Beschwerdesymptomatik noch über viele Wochen weiter.

Erkrankung

Auf Höhe des Ellenbogengelenks verläuft in einer Vertiefung (Sulcus) im ellenseitigen Oberarmknochen der Nervus ulnaris, verantwortlich für die Kraft eines Teils der Unterarmmuskulatur und fast der gesamten Handmuskulatur sowie das Gefühl der ellenseitigen Handkante. Das Dach dieser mehr oder weniger tiefen Rinne wird von Sehnengewebe der benachbarten Muskulatur gebildet. Als Sulcus ulnaris-Syndrom bezeichnet man eine Druckschädigung des Nerven in seinem Kanal, wobei die Ursache traumatischer Art sein kann wie bei Frakturen des Knochens oder chronischer Art wie bei knöchernen Umbauvorgängen und nach Infektionen. Für den Betroffenen äußert sich die Erkrankung in einem Kraftverlust der oben genannten Unterarm- und Handmuskulatur sowie einem zunehmenden Taubheitsgefühl oder Fehlgefühlen wie schmerzhaftem Kribbeln.

Behandlung

Ein konservativer Therapieversuch ist bei eindeutiger Ursache wie z. B. einem einmaligen Trauma oder längerer Bettlägerigkeit begründet. Andernfalls ist die Therapie der Wahl das operative Vorgehen. Dabei wird der Nerv in seinem gesamten Verlauf im Kanal dekomprimiert und manchmal auch in Richtung Ellenbeuge unter die Haut verlagert. Postoperativ verschwinden die Schmerzen oft rasch, Kribbelgefühle und Muskelschwächen benötigen oft eine lange Zeit für die Rückbildung.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber selten auf.

Freie Gelenkkörper im Ellenbogen

Das typische Symptom eines freien Gelenkkörpers ist das Einklemmungsgefühl, oft verbunden mit Bewegungseinschränkungen, Schmerzen im Gelenk, "Knirschen und Knacken".

Freie Gelenkkörper sind in der Regel eine Folge von bereits bestehenden Erkrankungen. Zu nennen sind hier z.B. die Arthrose (ein Abrieb von Gelenkknorpel bei Zerstörung des Gelenkes), eine Osteochondrosis dissecans (eine Durchblutungsstörung eines Knochenbezirks mit Verlust des Knorpels), eine Instabilität, eine synoviale Chondromatose (die Bildung freier Gelenkkörper in der Gelenkschleimhaut) oder die Folgen eines Unfalls.

Durch freie Gelenkkörper besteht ein erhöhtes Risiko für irreparable Folgeschäden des Gelenkknorpels, daher ist die Entfernung der freien Gelenkkörper durch einen arthroskopischen Eingriff zu empfehlen.

Aseptische Knochennekrose
(Osteochondrosis dissecans / Morbus Panner)

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des aktiven, sportlichen Jugendlichen. Sie tritt häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf.

Bedingt durch eine Durchblutungsstörung des Oberarmknochens, meist nahe der Gelenkfläche zum Radiusköpfchen, kommt es zum Ablösen des darüber liegenden Knorpels. Es entstehen belastungsabhängige Schmerzen und je nach Stadium der Erkrankung - wie bei den freien Gelenkkörpern - auch Einklemmungsgefühle bzw. Bewegungseinschränkungen.

Bei frühzeitiger Sicherung der Diagnose, kann durch eine Reduktion der Belastung und Schonung des Ellenbogens ein schmerzfreier Zustand erreicht und die Abstoßung des Knorpels verhindert werden. Sollte es jedoch schon zu einer (Teil-) Ablösung des Knorpels gekommen sein, so kann der freie Knorpelanteil entfernt werden und durch einen arthroskopischen Eingriff eine Anbohrungen des durchblutungsgestörten Bezirkes erfolgen.