Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital

Sulcus ulnaris-Syndrom

Erkrankung

Auf Höhe des Ellenbogengelenks verläuft in einer Vertiefung (Sulcus) im ellenseitigen Oberarmknochen der Nervus ulnaris, verantwortlich für die Kraft eines Teils der Unterarmmuskulatur und fast der gesamten Handmuskulatur sowie das Gefühl der ellenseitigen Handkante. Das Dach dieser mehr oder weniger tiefen Rinne wird von Sehnengewebe der benachbarten Muskulatur gebildet. Als Sulcus ulnaris-Syndrom bezeichnet man eine Druckschädigung des Nerven in seinem Kanal, wobei die Ursache traumatischer Art sein kann wie bei Frakturen des Knochens oder chronischer Art wie bei knöchernen Umbauvorgängen und nach Infektionen. Für den Betroffenen äußert sich die Erkrankung in einem Kraftverlust der oben genannten Unterarm- und Handmuskulatur sowie einem zunehmenden Taubheitsgefühl oder Fehlgefühlen wie schmerzhaftem Kribbeln.

Behandlung

Ein konservativer Therapieversuch ist bei eindeutiger Ursache wie z. B. einem einmaligen Trauma oder längerer Bettlägerigkeit begründet. Andernfalls ist die Therapie der Wahl das operative Vorgehen. Dabei wird der Nerv in seinem gesamten Verlauf im Kanal dekomprimiert und in Richtung Ellenbeuge unter die Haut verlagert. Postoperativ verschwinden die Schmerzen rasch, Kribbelgefühle und Muskelschwächen benötigen einige Zeit für die Rückbildung.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber selten auf.