Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital

Subacromiales Engpassyndrom

Krankheitsbild

Dieses Krankheitsbild, auch Impingement- oder Supraspinatussehnensyndrom genannt, wird durch eine Einengung des Gleitraumes unter dem Schulterdach verursacht. Die den Oberarmkopf umhüllende Kapsel-Sehnenstruktur (Rotatorenmanschette), welche aus vier Sehnen besteht , hat unter dem Schulterdach zuwenig Platz. Das führt über eine erhöhte Reibung zu Schmerzen , die entstehenden Auffaserungen können soweit führen, dass eine oder mehrere Sehnen bei einer Bagatellverletzung abreißen.

Ursachen

Ursächlich ist entweder a) ein erhöhter Platzbedarf für die Sehne oder b) eine knöcherne Einengung des Kanales.

Zu a) Als auslösende Faktoren kommen vermehrte körperliche Belastungen, insbesondere bei Überkopfsportarten in Betracht. Intensive, immer wiederkehrende Drehbewegungen, wie z. B. beim Volleyball oder bei Tennis-Aufschlägen können zum einen durch den Trainingseffekt zu einer Volumenzunahme der Sehnen führen, in Frage kommen aber auch Ablagerungen wie z. B. das Kalkdepot. Oft ist aber keine eigentliche Ursache festzustellen.

Zu b) Verknöcherungen eines Bandes, welches sich vom Rabenschnabelfortsatz zum Schulterdach spannt, sind die häufigsten Ursachen. Seltener sind auch Unfallfolgen oder Verschleißveränderungen des benachbarten Schultereckgelenkes dafür verantwortlich.

Symptomatik

Der Erkrankungsbeginn ist häufig, aber nicht immer, schleichend. Drehbewegungen über Kopf, verbunden mit Seitwärtsheben des Armes werden als zunehmend schmerzhaft empfunden. In manchen Fällen tritt eine zunehmende Einsteifung auf. Besonders quälend ist der nächtliche Schmerz, der die Patienten nicht mehr durchschlafen lässt.

Diagnostik

Eine gründliche klinische Untersuchung gibt meist schon die entscheidenden Hinweise. Röntgenbilder sind im Anfangsstadium zumeist wenig hilfreich, da sich die Sehnen hiermit nicht darstellen lassen. Hilfreicher ist hier der Ultraschall, die gezielte Schmerzausschaltung mittels Injektion in den Gleitraum unter dem Schulterdach oder eine Kernspintomografie.

Therapie

Der größte Teil der Einklemmungssyndrome lässt sich mit physiotherapeutischen Maßnahmen bessern. Falls das nicht reicht, sind Injektionen mit einem entzündungshemmenden, abschwellenden Corticoid oft hilfreich. Sollte sich trotz einiger Injektionen keine dauerhafte Beschwerdefreiheit einstellen, ist eine arthroskopische OP unvermeidlich. Hierbei wird unter Vollnarkose mittels zweier kleiner Stiche eine Optik in das Schultergelenk und den Sehnenkanal eingeführt und unter Sicht die den Gleitraum einengenden Strukturen entfernt bzw. abgeschliffen. Dieser Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt, bei uns im Jahr 2005 über 230 mal.

Nachbehandlung

Postoperative Krankengymnastik und adäquate Schmerztherapie sind ab der ersten Woche unerlässlich, um einer schmerzbedingten Verklebung der Kapsel vorzubeugen. In der Regel geht es den Patienten ab der 3. Woche besser als vor der OP, nach 4-6 Wochen sind die OP-Folgen meist abgeheilt. Zusätzliche Erkrankungen wie eine eingerissenen Sehne, zusätzliche Arthrosen und massive Einsteifungen können den Verlauf verzögern.

Prognose

Die Prognose des unkomplizierten subacromialen Engpasssyndromes darf als gut bezeichnet werden. Nach entsprechender Nachbehandlung und Ausheilungszeit können die meisten Patienten ihrer vorherigen Tätigkeit oder Sportart in vollem Umfang wieder nachgehen.