Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital

Rotatorenmanschette

Erkrankung

Als Rotatorenmanschette bezeichnet man jene das Schultergelenk überspannenden Muskeln, die die Rotation des Oberarms gewährleisten. Besondere Bedeutung für das tägliche Leben haben dabei diejenigen Muskeln, die das Anheben und Bewegen der Arme gegen die Schwerkraft ermöglichen. Wichtigste Vertreter sind die Musculi supraspinatus, infraspinatus und subscapularis, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Ursache von Erkrankungen der Rotatorenmanschette ist zumeist Verschleiß von Sehnen durch vermehrte Druck- und Reibebeanspruchung.

Einsetzende Reparationsvorgänge führen zur Umbildung geschädigter Muskelanteile in narbig veränderte Sehnenplatten, die weniger reißfest sind und ihrerseits die Beweglichkeit des Gelenks einschränken können. Häufig ist ein plötzlicher, heftiger Schmerz nach abrupter Bewegung zu spüren, manchmal in Verbindung mit einem hörbaren Reißen oder Krachen. Deutlichste Auswirkung für den Betroffenen ist die fehlende oder deutlich abgeschwächte Fähigkeit, den Arm abzuspreizen, über die Horizontale hinaus anzuheben oder gegen Widerstand nach außen zu rotieren.

Behandlung

Konservative Behandlungmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Nur die operative Behandlung mit Naht der gerissenen Anteile kann die volle Funktionsfähigkeit wiederherstellen und hat umso bessere Erfolgsaussichten, je frühzeitiger die Operation stattfindet, da Zuwarten zu einem zunehmenden Zurückweichen der Rissränder und Verkümmerung der betroffenen Muskelanteile führt. Dabei werden die Rissränder aufgesucht, adaptiert und vernäht, so daß die Kontinuität des Muskelverlaufs wiederhergestellt ist. Häufig wird gleichzeitig durch eine sogenannte Akromioplastik der Raum zwischen Oberarmkopf und knöchernem Schulterdach (Akromion) miterweitert, indem eine Schicht des Knochens entfernt wird. Dadurch erhalten die vernähten Muskel- und Sehnenschichten mehr Platz und das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung wird deutlich reduziert.

Komplikationen und Nachbehandlung

Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie aufgrund des Gefäßreichtums in diesem Gebiet zu Nachblutungen und der Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen können dauerhafte Störungen verursachen, treten aber selten auf.

Wichtig für die Nachbehandlung sind in den ersten Wochen passive Pendelübungen des hängenden Armes und danach mobilisierende, krankengymnastische Bewegungsübungen, um Verklebungen und narbige Verkürzungen der Gelenkskapsel zu vermeiden. Aktive Übungen gegen Widerstand sollten zunächst vermieden werden, um dem vernähten Sehnenbereich Gelegenheit zum Verheilen zu geben.