Der Morbus Perthes ist ein Wachstums- und Reifungsstörung des Hüftgelenkes, die mit einer Häufigkeit von 1:10.000 auftritt und Jungen bevorzugt. Das typische Alter für diese Erkrankung ist 5 bis 6 Jahre, aber es sind Fälle im Alter 3 bis 12 Jahre bekannt. Ein beidseitiger M. Perthes ist selten.
Ursache
Die Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass es zu einer Durchblutungsstörung des oberen Endes des Hüftkopfes kommt (ein Missverhältnis zwischen Knochenwachstum und Wachstum der ernährenden Gefäße in diesem Bereich erscheint wahrscheinlich), der dann „weich“ wird, schollig zerfällt und sich später wieder spontan aufbaut.
Der Verlauf dauert ca. 2 – 4 Jahre.
Diagnostik
M. Perthes re.: Fragmentationsstadium bei einem vierjährigen Jungen
Meist klagen die Kinder über nur kurzzeitige Hüftschmerzen. Oft werden sie durch Hinken, extreme „Lauffaulheit“ oder Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes auffällig. Im frühen Stadium ist es manchmal schwer, die Diagnose anhand eines Röntgenbildes zu stellen. Im weiteren Verlauf ist dies in der Regel kein Problem (s. Röntgenbild).
Daher ist es gerade zu Beginn der Erkrankung manchmal hilfreich, eine Kernspintomografie (NMR oder auch MRT genannt) der Hüften durchzuführen.
Therapie
Die Behandlung ist nicht einheitlich. Ziel der Behandlung ist es jedoch, die Beweglichkeit der Hüfte so gut wie möglich zu erhalten oder zu verbessern. Dadurch „formt“ sich der weiche Hüftkopf an der gesunden und runden Hüfpfanne. Das Ziel ist, den Wiederaufbau so zu beeinflussen, dass keine große Verformung des Hüftkopfes und eine damit einhergehende Störung der Gelenkmechanik zurückbleiben.
Die Therapie wird individuell angepasst und ist von mehreren Faktoren abhängig, wie z.B. der Beweglichkeit der Hüfte, dem Alter des Kindes sowie vom Ausmaß des Zerfalls und dem Wiederaufbau des Hüftkopfes. Gelegentlich genügt es, insbesondere bei kleinen Kindern, die betroffene Hüfte zu entlasten bzw. starke Belastungen (z.B. Hüpfen und Springen) zu vermeiden. Häufig ist Krankengymnastik nötig, um die Beweglichkeit zu verbessern.
In einigen Fällen ist eine Operation nötig, bei der durch eine Umstellung des hüftnahen Oberschenkelknochens (Varisierungs-Osteotomie,) und/oder Korrekturoperation der Hüftgelenkpfanne (Acetabuloplastik) der Hüftkopf tiefer in die Pfanne eingestellt wird.
Die Therapiedauer ist vom Krankheitsverlauf abhängig.
Alle hier dargestellten Behandlungskonzepte sind nur eine grobe Orientierung und dienen der allgemeinen Information. Sie besitzen keine allgemeine Gültigkeit; jeder Einzelfall muss und wird bei uns für sich allein berücksichtigt.




