Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital
Der kindliche Knicksenkfuß

„...ist ein sehr häufig auftretendes, dem beobachtenden Auge gleich bemerkbares und für das Individuum oft sehr störendes Körperleiden, aber er kommt im allgemeinen wenig zur ärztlichen Behandlung.“ (Esau 1856).

Kennzeichen

Knicksenkfuß - Skelett

Aus Dölderlein/Wenz/Schneider: Der Knickplattfuß, Springer-Verlag 2002

Der typische kindliche Knicksenkfuß zeigt einen Verminderung, Aufhebung oder Umkehrung des Fußlängsgewölbes (Pes planus) und eine seitliche Abweichung des Rück- und Vorfußes in unterschiedlichem Ausmaß (Pes valgus).

Die Schweregrade können sehr unterschiedlich sein (s. Bild Fußskelett), wovon auch abhängt, ob eine Therapie nötig ist.

Diagnose

Knicksenkfuß beim Kleinkind von hinten und von der Seite

Die Diagnose ist wie beim Klumpfuß meist eine Blickdiagnose. Dieser Blick reicht jedoch nicht aus, um zu entscheiden, ob bei dem Kind noch ein Normalbefund (der sogenannte physiologische Knicksenkfuß, den fast jedes Kind im jüngeren Alter hat) vorliegt oder bereits eine Veränderung vorliegt, die später Probleme machen kann. Hierzu ist neben dem Alter des Kindes die Kranken- und Familiengeschichte wichtig und natürlich die körperliche Untersuchung, die z.B. feststellt, ob gleichzeitig eine Wadenmuskelvekürzung vorliegt, die den Knicksenkfuß „über Umwege“ erzeugt. Auch können knöcherne Veränderungen ursächlich sein, die dadurch auffallen, dass der Knicksenkfuß im Zehenspitzenstand bestehen bleibt. In solchen Fällen ist dann eventuell auch ein Röntgenbild des Fußes nötig.

Therapie

Knicksenkfuß mit

Die Therapie ist abhängig von der Ursache der Fußfehlstellung. Bestehen sog. Kindliche Knicksenkfüße und keine sonstigen Auffälligkeiten in der Untersuchung, werden in den meisten Fällen die Füße einfach nur beobachtet werden und geraten, möglichst viel barfuß zu laufen, um die Fußmuskulatur zu trainieren. Bestehen jedoch Beschwerden, sind Einlagen für eine gewisse Zeit sinnvoll.
In einigen Fällen, bei denen ein fixierter Knicksenkfuß besteht oder eine Muskelschwäche ursächlich ist, hilft Krankengymnastik. Nur in ganz seltenen Fällen wird eine Operation nötig. Meist reicht es, in vorübergehend eine Art Dübel in den Tarsaltunnel über einen ca. 2 cm großen Schnitt einzubringen, der das Fußgewölbe von unten stützt (s. Röntgenbild). Nachfolgend wird für 3 Wochen ein Gips angelegt, um zu verhindern, dass die Schraube verrutscht. Danach kann der Fuß dann normal belastet werden.

Alle hier dargestellten Behandlungskonzepte sind nur eine grobe Orientierung und dienen der allgemeinen Information. Sie besitzen keine allgemeine Gültigkeit; jeder Einzelfall muss und wird bei uns für sich allein berücksichtigt.