Erkrankung
Als Karpaltunnel bezeichnet man den knöchernen Kanal auf der Innenseite des Handgelenks. Durch diesen verlaufen Gefäße, die Sehnen der Fingerbeugemuskulatur und der Nervus medianus; der letztere ist verantwortlich für die Kraft eines Teils der Handmuskulatur und das Gefühl in der daumenseitigen Handfläche und einigen Fingern.
Durch eine Sehnenplatte, das sogenannte Retinaculum, werden diese Strukturen im Karpaltunnel gehalten. Kommt es durch unterschiedlichste Ursachen zu einer Zunahme des Drucks im Karpaltunnel, z. B. durch vermehrten Druck von außen bei Knochenveränderungen oder durch Zunahme des Tunnelinhalts wie bei Entzündungen, ist eine fortschreitende Druckschädigung des Nervus medianus die Folge. Für den Betroffenen äußert sich dies in typischerweise nächtlich auftretenden, zuweilen bis in den Unterarm ausstrahlenden Schmerzen und Kribbelgefühlen in der Hand. Zuletzt kann sich auch die Daumenballenmuskulatur zurückbilden.
Behandlung
Konservative Maßnahmen wie Kühlen und Cortisoninjektionen in die Umgebung führen meist nur vorübergehend zur Linderung der Beschwerden. Deshalb ist frühzeitig die Operation angezeigt. Dabei wird das Retinaculum an der dem Daumen abgewandten Seite durchtrennt, ohne wieder vernäht zu werden. Durch die Druckentlastung lassen die Schmerzen postoperativ meist schlagartig nach, die Erholung zurückgebildeter Muskulatur dauert jedoch einige Wochen. Ein erneutes Auftreten der Erkrankung ist sehr selten.
Komplikationen und Nachbehandlung
Bei Verletzung des Nervs können vorübergehende oder bleibende Missempfindungen, Gefühllosigkeit oder Bewegungsschwäche in Fingern der Hand auftreten. Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie aufgrund des Gefäßreichtums in diesem Gebiet zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück.





