Erkrankung
Verkalkungen können an unterschiedlichen Stellen der Rotatorenmanschette auftreten. Dabei handelt es sich nicht um eine typische Alterserkrankung. Auch wenn sie manchmal die Folge vermehrter Belastung ist, ist doch die Ursache in den meisten Fällen unbekannt. Insgesamt ist die rechte Schulter häufiger betroffen. Im Anfangsstadium liegen die Kalkherde in den tiefen Sehnenschichten und bleiben symptomlos. Wenn sich die Verkalkungen in die oberflächlichen Sehnenschichten ausdehnen, kann es bei bestimmten Bewegungen zu mechanischen Behinderungen kommen. Besonders, wenn der Schleimbeutel unterhalb des knöchernen Schulterdachs mitbetroffen ist oder die Verkalkung sogar in diesen einbricht, kann es zu starken Schmerzattacken kommen. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es zur Spontanheilung, wenn im Verlauf der Schleimbeutelentzündung der eingebrochene Kalk aufgelöst wird und verschwindet.
Behandlung
Verkalkungen werden in der Regel konservativ behandelt, da die oben beschriebene Spontanheilung in vielen Fällen eintritt. Nur in chronischen Fällen mit typischer Engpass-symptomatik, bei denen sich die Verkalkungen therapieresistent zeigen, ist die Operation angezeigt. Dieser Eingriff ist in den meisten Fällen endoskopisch mittels "Schlüsselloch"-Chirurgie möglich; nur in wenigen Fällen ist ein offenes Vorgehen mit einem 3 - 5 cm langen Schnitt erforderlich. Dabei werden die Verkalkungen aus der Rotatorenmanschette entfernt und ggf. gleichzeitig der Raum unterhalb des knöchernen Schulterdachs erweitert. Während die spontane Selbstheilung nach Monaten oder auch erst nach Jahren oder Jahrzehnten eintreten kann, führt die Operation meist zu rascher und dauerhafter Beschwerdebesserung.
Komplikationen und Nachbehandlung
Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Blutergüssen. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerbare Störungen verursachen, treten aber extrem selten auf.
Wichtig für die Nachbehandlung ist der möglichst frühzeitige Beginn mobilisierender, krankengymnastischer Bewegungsübungen zur Verhinderung von Verklebungen, Vernarbungen und Bandverkürzungen. Sonst müssen keine besonderen Maßregeln beachtet werden.





