Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital

Hallux valgus

Erkrankung

Als Hallux valgus bezeichnet man ein häufig vorkommendes Hervortreten des Großzehen im Grundgelenk nach innen (Abbildung rechts). Im Anfangsstadium ist dieses Problem selten schmerzhaft. Bei zunehmender Deformierung des Vorfußes kann jedoch das Tragen normalweiten Schuhwerks zur Ausbildung von Druckstellen führen. Die Erkrankung ist meist erworben und tritt häufig bei Fußfehlformen wie Spreizfuß oder Plattfuß auf. Entzündungen wie bei chronischer Polyarthritis oder eine angeborene Bänderschwäche können die Erkrankung begünstigen. Enges, spitzes und hochhackiges Schuhwerk begünstigen die Erkrankung, weshalb Frauen deutlich häufiger betroffen sind.

Behandlung

Die Erfolgsaussichten der konservativen Behandlung (Nachtlagerungsschienen, Dehnungsübungen, Einlagen) sind gering. Eine Operationsindikation besteht vornehmlich bei Schmerzen, gelegentlich auch bei kosmetisch störenden Befunden. Die Wahl der Operationsmethode hängt vom Grad und Ursprungsort der Fehlform ab. Wichtig für die Wahl des Operationsverfahrens ist die Frage, ob gleichzeitig ein Verschleiß (Arthrose) im Großzehengrundgelenk vorliegt. Ist dies nicht der Fall, wird meist ein Verfahren gewählt, bei dem allein der erste Mittelfußknochen in seiner Achse verändert wird, das Gelenk bleibt dabei unberührt und intakt. Auch hier ist die Wahl des Achsumstellungsverfahren abhängig vor der Schwere der Ausprägung der Deformität.
Liegt eine fortgeschrittener Verschleiß im Großzehengrundgelenk vor, wird eine Schmerzfreiheit bevorzugt durch eine Versteifung des Gelenkes erreicht. Eine Abrollhilfe als Schuhzurichtung ermöglicht ein unauffälliges, flüssiges Gangbild. Der Fuß erhält in der Regel seine natürliche schlanke Form zurück und das Tragen normalen Schuhwerks wird wieder möglich.

Komplikationen und Nachbehandlung

Die Nachbehandlung einer Achsumstellungsoperation erfolgt im Vorfußentlastungsschuh bie zur vollkommenen knöchernen Konsolidierung. In dieser Phase darf der Patient den Fuß nicht abrollen um ein ausbrechen der stabilisierenden Schrauben zu verhindern. In der Regel ist der Operationsbereich nach 2-3 Wochen voll belastbar, eine Schwellneigung besteht meist jedoch mindestens sechs Wochen.
Wie bei jedem Eingriff mit Verletzung der Haut kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen sowie zu Nachblutungen und Ausbildung eines Blutergusses. Veranlagungsbedingte Störungen der Narbenbildung können einen Folgeeingriff notwendig machen, eine verminderte oder vermehrte Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Narbe bildet sich dagegen meist von selbst zurück. Verletzungen benachbarter Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Nerven können dauerhafte Störungen verursachen, treten aber extrem selten auf.