Praxisklinik Orthopädie Franziskushospital

Dupuytren'sche Kontraktur

Die Dupuytren´sche Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes. Hierbei kommt es durch eine knotige und strangartige Verdickung der Bindegewebsfasern in der Hohlhand mit Übergreifen der Erkrankung auf die Finger, zu einer Beugestellung einzelner Finger (=Kontraktur). Eindeutige Ursachen dieser Erkrankung sind nicht bekannt. In manchen Familien findet sich eine Häufung, insgesamt sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Eine unfallbedingte Ursache ist nie beweisbar, auch wenn oft ein verblüffender zeitlicher Zusammenhang besteht. Nur bei deutlicher Einschränkung der Handfunktion ist eine operative Behandlung angezeigt.

Klinisches Bild

Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten von Hauteinziehungen in der Hohlhand, später imponieren diese als Knoten und Strängen an der Handinnenfläche und den Fingerbeugeseiten. Diese Stränge verursachen eine zunehmende Fingerbeugung. Schmerzen sind eher selten. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch.

Die Erkennung der Erkrankung ist aufgrund des typischen Befundes durch den Blick eines erfahrenen Arztes einfach.

Morbus Dupuytren mit deutlicher Beugekontraktur

Therapie

Die Dupuytren´sche Erkrankung ist nicht heilbar und mit einer hohen Rezidivrate (Wiederauftreten der Erkrankung) behaftet. Es ist immer nach individuellem Befund und Verlauf der Beschwerden, über die Therapie zu entscheiden. Bei geringer Ausprägung ohne Nachweis eines Streckdefizits der betroffenen Finger, ist eine spezielle Therapie nicht erforderlich. Operative Maßnahmen sind empfohlen, wenn die Langfinger nicht mehr voll gestreckt werden können und die Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Behandlung sollte in den Händen eines erfahrenen Handchirurgen liegen. Über geeignete Hautschnitte wird das veränderte Bindegewebe dargestellt und entfernt. Um Blutgefäße und Nerven sicher zu schonen wird der Eingriff mit einer Lupenbrille vorgenommen. Manchmal sind zusätzliche Schritte, wie Gelenklösungen und lokale Hautlappenplastiken erforderlich. Je nach Ausbildungsgrad der Erkrankung ist im Anschluss an die Operation eine krankengymnastische Übungstherapie sowie Ergotherapie, einschließlich einer Versorgung mit speziellen Schienen zur Optimierung des Operationsergebnisses und zur Vorbeugung eines Rezidivs nötig. Die Operation kann stationär oder ambulant erfolgen.